Freitag, 17. Juni 2011

Wie baut man ein Altenheim?

Heute Mittag hatte ich ein Gespräch mit dem Minister für soziale Entwicklung des Gebiets Saratow. Ich hatte darum gebeten, weil ich seit Jahren daran denke, ein Altenheim hier in Russland zu bauen. Ich weiß, dass es viele gibt, denen man so helfen könnte, und die es verdient haben. Einsamkeit und niedrige Renten, aber auch Alkoholismus in den Familien, machen den Alten das Leben nicht immer leicht. Verwundert war ich über die Aussage, dass es im Gebiet Saratow 27 Altenheime gibt, und dass es derzeit keine Warteschlangen gäbe, im Gegenteil. Erste frei Plätze treten auf. (Das bedeutet u.a., dass das Gebiet Saratow nichts mitfinanzieren wird, wenn wir „unsere“ Leute aufnehmen, ganz abgesehen davon, dass der Bau unsere Sache ist.) Interessant war es für mich Laien auch, die Liste von Krankeheiten zu hören, die eine Aufnahme, bzw. den weiteren Aufenthalt in einem Altenheim gesetzlich unmöglich machen. Krebserkrankungen gehören z.B. dazu. Auf meine Frage, ob man dann ein altes Heimbewohner-Ehepaar trennt, wenn bei einem der beiden Krebs festgestellt wird, bekam ich zur Antwort: „Nun, die Leute sind ja freiwillig gekommen. Sie können auch beide wieder freiwillig gehen.“
Trotz allem war es gut, ein solches Gespräch geführt zu haben. Nun wollen wir mal in Ruhe weiter sehen. Wir haben einen weiten Vorsprung mit unseren Altenpflegeausbildungen, die wir über unsere Caritas anbieten. Es gibt in Russland noch nichts vergleichbares. Damit würde unser Haus attraktiv, nicht nur für Bewohner... (Übrigens kostet ein Monat im Altenheim im Gebiet Saratow derzeit real umgerechnet 384 Euro. Nicht wenig, was der Staat da beisteuert, bzw. der Träger, falls es mal einen anderen geben sollte.)