Dienstag, 16. August 2011

Ankunft Madrid

Mit drei Bussen ist unsere Gruppe mit ihren 150 Teilnehmern am frühen Abend in Madrid eingetroffen. Da das Fest Mariä Aufnahme in den Himmel hier auch staatlicher Feiertag ist, kamen wir ohne Stau durch die Stadt. Wir haben doppelt soviel Mädchen wie Jugend in der Gruppe. Darum bot es sich an, die Mädchen in einer Schule unterzubringen und die Jungen im Pfarrsaal der Pfarrei St. Johannes von Avila. Beides befindet sich irgendwo in der südlichen Vorstadt. Die Unterbringung ist so einfach, dass die meisten im Freien (Schulhof, bzw. vor dem Eingang der Kirche) übernachten werden, statt in kleinen, vom spanischen Sommer aufgeheizten Räumen. Für mich, als Bischof und Katechet, war ein Zimmer im Stadtzentrum in einem - ich weiß nicht wieviel Sterne - Hotel reserviert. Hier wohnen während des Weltjugendtages an die 100 Bischöfe, meist aus Amerika und Asien, so dass ich meine deutschen Freunde vegeblich in der Liste an der Rezeption suchte. Als ich mein Zimmer betrat, zum Glück allein, mußte ich laut lachen: Klimaanlage, Bilder, Lampen, Bett ... alles mit Stil. Sehr nobel. Weil das Essen im Haus teuer ist, suchte ich ein Restaurant auf der Straße. Seit 6 Tagen gab es da zum ersten Mal kein Toastbrot mit Apfel und 0,25 l Mineralwasser zum Abendbrot... Wie verwöhnt ich doch bin! Im Hotel bekam ich eine Einladung von Kardinal Antonio Maria, dem Erzbischof von Madrid, überreicht, zu einem Konzert mit anschließendem Abendessen für mehr als 500 Bischöfe. Der Haken an der Sache ist, dass die Einladung für den 17. August ausgesprochen ist. An dem Tag hat meine Mutter ihren zweiten Sohn geboren, genau vor 50 Jahren. Das wollte ich eigentlich ein wenig mit Leuten aus unserer Gruppe feiern. Nun muß ich überlegen, ob ich meinen Gästen den abendlichen Weg in die Stadt zumute - eingeladen habe ich noch niemanden - oder ob ich Gast beim Kardinal sein möchte, wo ich Mitbrüder unter dem Bischofskreuz treffe und sprechen kann. Nicht ganz einfach.