Samstag, 5. November 2011

Begegnungen im Wolgadelta

Drei Saratower Ministranten begleiteten mich auf der elfstündigen Bahnfahrt nach Astrachan. Derzeit sind Herbstferien. Außerdem war gestern ein staatlicher Feiertag in Russland. Für die Astrachaner Gemeinde war es ein besonderer Tag durch das Sakrament der Firmung, das ich vier Erwachsenen dort spenden durfte, ein echtes Gemeinde-Fest. Zu Besuch waren auch Alberta und ihre Hausbewohner aus dem 300 km entfernten Elista gekommen, und mit ihnen Pater Wilhelm, der ehemalige Pfarrer von Tscheljabinsk. Nach 20 Jahren Sibirien war er vor einem Jahr in seine Erfurter Heimatdiözese zurückgekehrt. Nun hilft er zwei Monate in der Gemeinde seines Mitbruders  Reinhard Franitza aus, der im Dezember letzten Jahres in Elista verstorben war.
Einer der Eindrücke des gestrigen Tages, sicher nicht nur meiner: Man spürt in Astrachan, dass sich die Leute in der Gemeinde gern haben, (Gäste einbezogen.) Das ist zum großen Teil ein Verdienst der Seelsorger, die hier gewirkt haben und wirken. Während meine Saratower Ministranten mit ihren Astrachaner "Kollegen" den alten Kreml Astrachans und ihre vielen Uferstraßen auskundschafteten, hatte ich Zeit für Gespärche, die sich am Telefon nicht so gut machen. Der Tag war gut gefüllt, dennoch hatte keiner das Gefühl von Eile, als wir uns spät abends wieder verabschiedeten und zum Bahnhof aufbrachen.