Sonntag, 19. Februar 2012

„Ist es leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh umher?“

Auf diese Frage treffen wir beim Lesen des Evangeliums, das dem heutigen Sonntag zugeordnet ist. Wir kennen die Frage und kennen die gut katholische Antwort. Sind wir gut katholisch? Beim Besuch in Lourdes, vor einer Woche, ohne zu wissen, dass der Text bald wieder „dran“ ist, erinnerte ich mich an diesen Moment im engen Haus des noch nicht heiligen Petrus in Kafarnaum: „Ist es leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh umher?“ – Wie „gut“ können wir plötzlich beten, wenn ein nahestehender Mensch krank oder gar in Lebensgefahr ist. Und wie gleichgültig lässt es uns, wenn er sündigt? Die größeren Wunder sind Bekehrungen, die kleineren – Heilungen. Oder nicht?
Möge das nun nicht pessimistisch machen, sondern im Voraus froh über - und dankbar für die Chance der bevorstehenden 40 Tage vor Ostern.