Samstag, 25. Februar 2012

Wenn es ein Tagebuch wäre ...

Kreuzung an der Hauptpost in Saratow
gäbe es mehr Grund, täglich etwas hineinschreiben zu müssen.
Heute früh halb vier bekam ich den Anruf, dass Jurij Alexandrowitsch verstorben ist. Gestern Abend hatte ich ihn das letzte Mal besucht. "Lasst mich jetzt ausruhen", bat er nach dem gemeinsamen Gebet mit der ganzen Familie. Bis zum Schluß hatte er nur Tabletten gegen die unerträglichen Schmerzen bekommen. Es gibt Momente, in denen man die Spuren des vergangenen Systems wie Tritte am Leib verspürt. Die Arbeitskraft machte den Wert eines Menschen aus.
Heute soll Norbert Laubstein aus Berlin zu Besuch kommen, ein guter, alter Freund. Nur hat sich das Wetter so schlagartig geändert, dass der Flughafen in Saratow seit heute Morgen keine Flüge annimmt. Hoffen wir, dass sich das Problem bald löst. (Wenn ich bedenke, wie ich Ende Januar bei dichtestem Nebel in Frankfurt gelandet bin, müßte das hier und heute doch ein Klacks sein. Das Problem ist, dass unsere Flugzeuge "etwas" älter sind.)