Samstag, 17. März 2012

An der Schwelle zum Sonntag Laetare

Nun weiß ich, warum der Winter bei uns in diesem Jahr kein Ende nimmt. Weil ich den Kindern in Marx versprochen hatte, sie im Winter (eigentlich in den Neujahrsferien) einmal zu mir nach Saratow einzuladen, mit Übernachtung. Die Hartnäckigsten hatten vorgestern im Namenstagstrubel wieder einmal nachgefragt, wann das denn werden könnte. Und ich hatte leichtsinnig geantwortet, dass ich am Wochenende in Saratow bin. Als sie heute mein Auto vor dem Kloster stehen sahen, klingelten sie und baten mich geheimnisvoll vor die Tür. Sie verstanden, dass ich höchstens vier Plätze im Auto hatte und wollten nun - beinahe wortlos - von mir die Abfahrszeit wissen. Da ließ ich mich breitschlagen und nahm sie halb sechs mit nach Saratow. Ein Schneesturm, wie sie am Winterende häufiger vorkommen, vereitelte die Reise fast im letzten Moment. Aber die vier Mädchen zogen ihre Rosenkränze aus der Tasche und "regelten" die Sache. Wir erreichten Saratow und fuhren zuerst einkaufen, denn ich hatte nichts zu Hause zum Abendbrot. Je eine Flasche Limonade nach eigener Wahl, Pizza und drei ofenwarme Brote landeten im Einkaufskorb. Zwei der Brote aßen die hungrigen Kinder unterwegs nach Hause auf. Eins schenkten sie den Schwestern, die auch hier wohnen und sich über die unerwarteten Gäste freuten. Beim Tischdecken, beim Abwaschen und beim Betten Beziehen halfen sie ohne Aufforderung. Die Pizza - mit Wurststücken! - verzehrten sie mit königlichem Genuß. Beim Abendessen erwähnten sie noch stolz ihren Schalfenszeit: "nie vor Mitternacht". Als aber die Betten fertig waren, kippten sei beinahe hinein. Es war gerade mal neun Uhr. Morgen gehen wir zusammen zur Kirche. - "Laetare", freut Euch! Und zum Mittagessen müssen wir uns noch was einfallen lassen, denn die Schwestern, die über die Woche bei mir arbeiten, haben nach der Messe Katechese und kommen erst gegen halb zwei nach Hause.