Dienstag, 3. April 2012

Chrisammesse in Saratow

Inzwischen weiß ja jedes Kind: Bild anklicken - vergrößert
Nun sind Chrisamen, Katechumenen- und Krankenöl auch in Saratow geweiht. Es war ein für unsere Kathedrale besonders feierlicher Gottesdienst: mit Schola, sowie Ordensschwestern und Ministranten, nicht nur aus Saratow, sondern auch von im Auto angereister Priestern mitgebrachten Gästen. Sie waren aus Orsk, Orenburg, Ufa, Alexejewka, Samara, Togliatti, Kazan, Uljanowsk, Wolgograd, Astrachan, Elista und Marx nach Saratow gekommen. In der Predigt verglich ich die Fastenzeit mit einem großen Strom, der nach dem bisherigen ruhigen Verlauf nun - wie an einem Wasserfall - in die Tiefe stürzt, in die Karwoche: die Feiern vom Leiden und Sterben Christi, bevor es auf einer anderen, tieferen Ebene weitergeht. Christsein, Nachfolge Christi ist kein Zahnpasta-Reklame-Lächeln, sondern sich loslassen in die Tiefe und Sterben, in vielen alltäglichen Situationen. Und ich versuchte zu erklären, warum wir trotz strenger liturgischer Vorschriften für diese uns heiligen Tage, den scheinbar nebensächlichen Ritus der Ölweihe gerade jetzt vollziehen. Zum Mittagessen nach dem Gottesdienst und der kleinen Versammlung mit den Seelsorgern, blieben alle gern. Interessanter Weise eilte heute niemand nach Hause. Hatten doch die meisten noch viele hundert Kilometer im Auto vor sich! "Die Straßen sind nach dem Winter so schlecht, dass man im Dunkeln einfach nicht fahren kann", sagte ein Pater aus Orenburg. Das bedeutet: Die Priester haben sich in Pfarreien oder Aussenstationen am Weg ein Nachtquartier besorgt, fahren heute nur bis da hin und morgen nach Hause.