Samstag, 28. April 2012

Jak und Jona

Am Profil über den Cockpitscheiben (Beulen und Farbspuren) kann man schon von außen die Jaks der Saratower Fluggesellschaft unterscheiden. So war es auch gestern Abend. Ich betrat die Maschine als Erster (Eingang vorn.) und hatte meinen automatisch vorgegebenen Platz in der letzten Reihe. Das ist Reihe 20, fensterlos, neben einer Turbine an der Außenwand. Wenn man in einen leeren Flugzeugrumpf (Passagiersalon) schaut, und der auch noch dunkel ist, weil die offenene Gepäckfächer über den Sitzen die Saalbeleuchtung wie bei einer totalen Sonnenfinsternis verdecken, wenn der Geruch an eine leicht feuchte, dicht besiedelte Wohnung erinnert, in der man fragen möchte, wann man denn hier das letzte Mal gelüftet hätte, da kommt einem unwillkürlich die Sache mit dem Propheten Jona in den Sinn, der einen ähnlichen Aufenthalt unverletzt überlebte.
Dass heute Samstag ist, scheinen manche nicht zu registrieren. Ich habe mich ins Büro gesetzt, um Einiges nachzuholen. Aber dauend klingelt das Telefon. Da kann man Jona um seine drei Tage in Stille nur beneiden.
Morgen ist der "Sonntag vom Guten Hirten" (4. Sonntag der Osterzeit). Beten wir um Priesterberufungen! (... oder "?")