Donnerstag, 12. April 2012

Ökumenisches Mittagessen

Propst Alexandr Scheiermann (Mitte)
Heute war Propst Scheiermann von der evangelisch-lutherischen Kirche in Saratow bei mir zu Besuch. Wir hatten uns schon längere Zeit nicht gesehen. Anstoß zum Treffen gab mir vor einigen Wochen der Blick auf die neue, aber immer noch unvollendete evangelische Kirche in Saratow. Das Treffen war unkompliziert und schön. Wir sprachen in unserer Muttersprache. Auch Pfarrer Doleschal war dabei, der ja nun in Deutschland im Geburts- und Sterbeort Martin Luthers seinen Hauptwohnsitz hat.
Propst Scheiermann erzählte von seinen Erfahrungen in Sibirien, wo er geboren wurde, und von denen in Deutschland und in der Schweiz, wo er einige Jahre lebte, bevor er schließlich mit seiner Familie an die Wolga kam. Ich konnte ihm eine Einzelspende überreichen, mit der er jetzt einen Teil seiner Baukostenschulden tilgen will, bevor es Stück für Stück weitergeht.

Ostern 2012 in der evangelischen Gemeinde in Saratow

Seine Eltern stammen von der Wolga. Er selbst wuchs in Sibirien auf. Wie viele andere wanderte er nach Deutschland aus. Als deutscher Staatsbürger kehrte er zurück, nicht enttäuscht, sondern weil in ihm ein missionarisches Herz schlägt. Für den Bau braucht er noch viel Geld. (Ich habe noch nie überlegt, ob Renovabis und Kirche in Not, die ja auch der orthodoxen Kirche in Russland ein wenig helfen, eventuell auch für ihn ein Ansprechpartner wären. Mit Einzelspenden kommt er nicht weit. Und die EKD scheint auch nicht groß einsteigen zu wollen.)
Nun verabschiede ich mich für ein paar Tage. Morgen fahre ich nach Woronezh. Übermorgen bin ich in unserer Gemeinde in Belgorod an der ukranischen Grenze. Den 2. Ostersonntag feiere ich in Woronezh. Am Montag besuche ich, auf Wunsch der dortigen Kapuziner, erstmals den Ort Kalitva. Und am Dienstag fahre ich zurück nach Hause.