Freitag, 25. Mai 2012

Freitagnachmittag

Unerwartet hatte ich am Nachmittag noch einmal in Marx zu tun, bevor es morgen früh zeitig nach Orenburg zur Firmung geht. Umsteigen und zwei Stunden Zeitverschiebung führen dazu, dass ich erst kurz vor der Abendmesse dort ankomme, zur Firmung. Nachts bringen mich die Patres weiter nach Orsk, haben sie versprochen. Das sind weniger als 300 km - ein Heimspiel für die Redemptoristen. Am Pfingstsonntag spende ich auch in Orsk das Sakrament der Firmung. Die Stadt liegt beiderseits des Flusses Ural und erstreckt sich deshalb über europäisches und asiatischen Territorium.
Wie so oft, traf ich in Marx Kinder aus unserem Zentrum vor der Kirche. Ein kleines Mädchen kannte ich nicht. Und bevor ich fragen konnte, baten zwei größere, ob sie es mit nach Hause nehmen dürften, zum Übernachten. Ich verstand nicht gleich und verwies an die Eltern. Eins der größeren Mädchen nahm mich beiseite und erklärte mir, dass die Kleine noch zwei Geschwister hat. Alle drei (4, 7 und 10 Jahre) wohnen jetzt bei uns, in der Obhut einer Frau aus der Gemeinde, weil sich die Mutter seit Jahren nicht um die Kinder kümmert und die Großmutter zu einer Entziehungskur geholt wurde. Von den Männern ganz zu schweigen. - Das übliche, traurige Lied...