Sonntag, 10. Juni 2012

Fronleichnam: Patronats- und Dekanatsfest

Gäste aus den anderen Pfarreien des Dekanats waren heute nach Rostow gekommen: 60 km aus Taganrog, 50 aus Schachty, 40 aus Nowotscherkassk, 100 von der Aussenstation Leningradskaja. Im Chor auf der Orgelempore zählte ich fast 30 Mitglieder. Die beiden Erstkommunionkinder saßen vorn auf geschmückten Stühlen, beinahe wie zu einer Hochzeit. Das Kircheninnere wird immer schöner. Derzeit arbeitet ein katholischer Künstler aus der Ukraine an den großen Kreuzwegstationen, von denen eine schon fertig ist und zwei weitere im Rohzustand an ihrem künftigen Platz hängen. Zur Prozession im Anschluss an die heilige Messe sah ich viele in ihrer Nationalkleidung: Ukrainer, Polen, Afrikaner aus verschiedenen Ländern, einen Mexikaner, Russen u.v.m. Am Ende gratulierte mir die Gemeinde zum 14. Bischofsweihetag, den ich unlängst feierte, mit sehr herzlichen Worten. Meinen Fotoapparat holte ich nur zum anschließenden Essen im Pfarrhof heraus. Über 100 Junge und Alte waren der Einladung gefolgt und putzen die Tische leer, um deren "Menü" sich Frauen aus der Gemeinde gekümmert hatten.
Am Abend erreichte ich das Etappenziel Krasnodar. Die Straßen hier im Süden sind zwar gut, aber es wird unheimlich viel gebaut. Da gab es zum Beispiel einen Steckenabschnitt von 40 km, auf dem die Höchstgeschwindigkeit wegen Bauarbeiten (Brücken, Strassenverbreiterung) auf 40 km/h begrenzt war. Das alles hat mit den Olympischen Winterspielen 2014 in Sochi zu tun. Was hier im Süden des Bistums auch auffällt, sind die hohen, schattigen Bäume in den Städten, die die Straßen manchmal wie grüne Tunnel überdachen. Davon kann man in Saratow oder Orsk nur träumen. Dort nennt man staubige Sträucher "Wald", weil es nichts anderes in der Richtung gibt.
Pater Tomasz, mein Bischofsvikar und Pfarrer in Krasnodar, kehrte ebenfalls gestern Abend nach Krasnodar zurück. Er hatte gestern Vertretung in Tuapse am Schwarzen Meer, wo es seit Januar keinen Pfarrer gibt. Wir waren gemeinsam zum Abendessen bei den Schwestern eingeladen, in den Garten vor dem Haus, unter heranwachsenden Weinreben, ... ohne Mücken.