Dienstag, 31. Juli 2012

3 Jahre, aus denen schon 22 geworden sind

Am 1. August 1990 begann meine dreijährige Freistellung vom Dienst im Bistum Dresden-Meißen für die Seelsorge in der Sowjetunion. Um den weiten und damals noch beschwerlicheren Weg von einem Moskauer Flughafen zum anderen zu umgehen - hatte ich doch allerhald Gepäck dabei -, flog ich mit "Interflug" von Berlin nach Leningrad (heute Sankt Petersburg). Von dort ging es über Nacht weiter mit einer Tu 154 der sowjetischen "Aeroflot", die mit Zwischenstopps in Kasan und Leninabad nach Duschanbe flog und kurz vor Sonnenaufgang am 2.8.90 dort landete. Die Stille im Staub des ersten mittelasiatischen Sonnenlichts schien mir dem Vorboten eines Erdbebens zu gleichen. Aber schon bald kamen viele andere Eindrücke dazu: Freude, Pläne, Freundschaft, Bewunderung, ein bißchen Heinmweh und, und, und...  Insgesamt hat es in den 10 Monaten meiner Kaplanszeit in Tadschikistan nur einmal deutlich geschüttelt. Ein größeres, inneres "Erdbeben" war es, als klar wurde, dass ich von Duschanbe nach Marx an die Wolga gehen sollte, weil der dortige Pfarrer am 16.6.1991 Bischof für Sibirien wurde. Erst im Nachhinein begann ich dankbar dafür zu sein.