Samstag, 11. August 2012

Meine Astrachaner Gäste

Einen besonderen Tag bescherten mir gestern meine lieben Gäste aus Astrachan. Vera, die ich schon vor 15 Jahren als eine der aktivsten Gemeindemitglieder des später ermordeten Pfarrers Nemyjski kennenlernte, hat ihre Berufung in der Aufnahme von 7 z.T. schwerkranken Kindern gefunden. Sie selbst ist Ärztin und lebt mit den Kindern in einem Holzhaus am Rande der Stadt. Ohne Vera wäre wahrscheinlich keins der Kinder je zur Schule gegangen, bzw. zugelassen worden. Außer einem, gehen aber inzwischen alle zur Schule. Die Kinder haben bei ihr sprechen gelernt u.v.m. Sie hat unheimlich viel Kraft in diesen Prozess gesteckt und nicht wenige Anfeindungen dafür geerntet. Für den Besuch bei mir, hat sich die muntere "Rasselbande" nach zwei mißglückten Anläufen in ihren UAZ gesetzt (das ist ein russischer Armee-Jeep in Straßenverkleidung) und ist 900 km gefahren. 5 Stunden des einzigen geplanten Besuchstages haben wir mit der Suche nach einem der Jungs verbracht, der sich in der Stadt verlaufen hatte. Die Situation war so bedrückend, dass wir schließlich die Polizei einschalteten. Schön war, wie die schwer kranken und sicher nicht wenig traumatisierten Kinder, mir und sich gegenseitig sagten: "Wir müssen beten, dass wir ihn finden." Dann haben wir ihn gefunden. Abends feierten wir in der Kathedrale die Messe vom heiligen Laurentius, der vor seinem Martyrium noch kurz entlassen wurde und die Schätze der römischen Christengemeinde bringen sollte. Er kam mit einer Menge von Armen und Kranken zurück und sagte: "Das ist der Schatz der Kirche."
Spät abends bot ich den Gästen an, einen Tag länger zu bleiben.... Und sie haben fröhlich zugestimmt. Da habe ich mir ja was eingebrockt. (-: