Freitag, 14. September 2012

Ein orthodoxer Moench, der taeglich fuer mich betet, und 80 Deutsche, die in meinem Buch gelesen haben

Bevor das Fest mit der Pfarrgemeinde am Abend beginnt, hatte der Tag heute schon zwei andere Hoehepunkte. Fruehstueck gabe es nach dem Morgengebet in der Kirche. Eine ganze Stunde nehmen sich die Priester hier jeden Morgen Zeit zum Beten. Wer versucht, geistlich zu leben, weiss wie sinnvoll das gerade am Morgen ist. Wer es nicht versucht, wird es auch mit Erklaerung eher falsch verstehen. 
Im beruehmtesten orthodoxen Kloster Tatarstans, dem Raifa-Kloster, besuchten wir am Vormittag den 89-jaehrigen Moench Sergij, dessen Lebensgeschichte mich einst betroffen machte und ueber dessen Freundschaft ich mich sehr freue. Er versicherte mir heute von Neuem, dass er jeden Morgen fuer mich bete.
Am Nachmittag besuchten uns 80 oder mehr deutsche Touristen, die mit "Biblische Reisen" auf der Wolga unterwegs sind. Knapp eine Stunde lang durfte ich ihnen ueber mein Bistum erzaehlen, bzw. Rede und Antwort stehen. Zwei von fuenf Bussen, die die Gruppe durch die Stadt begleiten, waren zur Kirche gekommen. Man konnte spueren, dass es interessierte Leute waren, die sich den Weg hierher gemacht hatten, nicht zuletzt an den vielen und sachlichen Fragen. "Wir haben heute Morgen auf dem Schiff aus ihrem Buch gelesen", fluesterte mir eine der Reisenden beim nach draussen Gehen zu. (Ich habe nie ein Buch geschrieben. Sie meinte die von meinem Bruder gesammelten Briefe.)
Der Gottesdienst in der immer noch schoener werdenden Heilig-Kreuz-Kirche beginnt am heutigen Patronatsfest etwas spaeter als sonst, damit viele kommen koennen.

Nachtrag vom Abend.

Wie von den anderen schoenen Ereignissen am Tag, habe ich auch vom Abend keine Bilder, weder vom Gottesdienst noch vom Chorkonzert oder der gemeinsamen Vesper. Die Nachtaufnahme entstand, als wir so ziemlich die Letzten vor der Kirche verabschiedet hatten. Dreimal im Jahr schaltet Pater Diogenes die nicht billige Aussenbeleuchtung der Kirche ein: zu Ostern, Weihnachten und zum Patronatsfest.