Donnerstag, 6. September 2012

Vier große Klöster und zehn Kirchen


hatte Druja einst, eine bedeutende Siedlung seit Jahrhunderten, die einst zu Polen gehörte, einst zur Sowjetunion, heute zu Weißrussland. In Lexika findet man es nur noch unter der Bezeichnung “Dorf” mit 1.500 Einwohnern. Man hatte versucht, den Ort – wie so viele andere - geistig und wirtschaftlich “auszuhungern”. Und es ist leider ziemlich gut gelungen. Vor 89 Jahren, also 1923 wurde hier vom Vilnaer Erzbischof Matulaitis die erste Niederlassung der “Dienerinnen Jesu in der Eucharistie” gegründet, und zwar im Schatten eines gewaltigen Klosterbaus aus dem 17. Jahrhundert, den zu der Zeit bereits Marianer-Patres bewohnten. (Auch Erzbischof Matulaitis war Marianer.) Der heutige Tag war im Rahmen des in Litauen und vom Orden begangenen Matulaitis-Jahres als Tag des Dankes gedacht. Überschattet wurde er vom Entschluß der Marianer, Druja aufzugeben. Vor 12 Tagen haben die Patres das Kloster verlassen. Es steht nun leer. Was werden die Schwestern tun, an diesem für sie so wichtigen Ort, an der Wiege ihres Ordens? Die Kommunität hier st klein: zwei junge und zwei alte Schwestern. Wovon werden sie leben? Wie kommen sie nun werktags zur heiligen Messe, wenn sie kein Auto haben? Ein Bus fährt dreimal am Tag durchs Dorf. Es sind zwar nur 10 km bis zur nächsten Pfarrei, … Nach dem Dankgottesdienst heute Morgen, durfte ich am Nachmittag eins der wunderbaren Apostolate der Schwestern erleben: In den Grenzen vorgegebener Möglichkeiten, widmen sie sich der Erziehung von Kindern aus dem sehr großen, ganz nahe gelegenen Kinderheim. Die Kinder boten im alten Speisesaal des leeren Männerklosters ein musikalisches Programm mit Gesang, Tanz und Instrumenten, das man sich auch in Großstädten nicht schöner vorstellen kann. Ein farbenfroher Regenbogen, der sich beim Antritt der Heimreise über den Ort spannte, ermunterte zur Hoffnung und zum Vertrauen.