Mittwoch, 10. Oktober 2012

Besuch im Vorseminar Novosibirsk


Das Vorseminar für alle vier katholischen Diözesen in Russland.
Zwei Jahre lang
bereiten sich junge Männer hier auf das Theologierstudium vor.
Tut mir leid, dass die Bilder etwas räubermäßig ausgefallen sind. Zu den Assoziationen, die vielen bei "Sibirien" kommen, scheinen sie ja doch zu passen. Ja, der Schnee fehlt. Aber der kommt am Wochenende, versprechen die Wetterprognosen.
In Wirklichkeit ist Novosibirsk - vier Flugstunden von Moskau, Richtung Osten - eine moderne russische Großstadt, die größte hinter dem Ural. Im Unterschied zu Saratow im Bistum Sankt Clemens hat das seit 1991 existierende Bistumszentrum eine interessant gefächerte Struktur. (Das Gleiche kann man in Moskau, bzw. Irkutsk feststellen: 1991 wurden zwei Apostolische Administraturen vom Papst errichtet: Moskau und Novosibirsk. 1998 kamen zwei kleinere - im guten Sinne gemeint - Hilfsstrukturen dazu: Irkutsk und Saratow).

Die Freude war groß wie bei einem Wiedersehen nach langer Zeit.
Maxim, Denis und Rodion hatten eine Menge zu erzählen.
Knapp drei Wochen nach Anreise der Seminaristen, machte ich den gestrigen Besuch, um mit eigenen Augen zu sehen und eigenen Ohren zu hören, wie es dort geht. Ich traf den Rektor und den Spiritual, sprach mit meinen drei Kandidaten (die 50 % des ersten Kurses ausmachen), gemeinsam und einzeln. Wir feierten am Abend in der Seminarkapelle heilige Messe und den Namenstag von Denis. Das Lernen fällt nicht allen gleich leicht. Insgesamt aber geht es ihnen gut. Zum Studienprogramm gehört auch die regelmäßige Hilfe im Haus der Schwestern von Mutter Teresa. Das gefällt mir sehr gut, denn es macht handgreiflich, dass die Entscheidung für Gott nicht an der Nächstenliebe vorbei kann. Ich hoffe und bitte, dass viele weiter für unsere Seminaristen beten.

Wenn nun alles planmäßig weitergeht, fliege ich in zwei Stunden von Moskau nach Saratow. Morgen beginnt in der ganzen katholischen Kirche das "Jahr des Glaubens", genau 50 Jahre nach Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils. Im Bistum Sankt Clemens empfinden wir die Idee von Papst Benedikt XVI. als ein Geschenk, aber auch - wenn man so sagen kann - als eine "Hausaufgabenhilfe".