Sonntag, 11. November 2012

Elfter November

Zwei Tage und 23 Jahre nach der Maueroeffnung, Sankt Martin, Karneval, ... alles nicht von primaerer Bedeutung, wenn wir "Voskresenije" - Sonntag, Auferstehung feiern. Heute tue ich das gemeinsam mit unserer Pfarrgemeinde in Vladikavkaz, der man stets einen besonders freundschaftlich-familiaeren Charakter anmerken kann, obwohl auch hier nicht alles so einfach ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Im Gespraech mit dem Pfarrer, gestern Abend, erfuhr ich von nicht wenigen unsichtbaren und teilweise sehr schweren Kreuzen, die die Menschen hier zu tragen haben. Nun also bereiten wir uns vor auf die heilige Messe, die heute ihren Akzent durch das vom Papst ausgerufene "Jahr des Glaubens" bekommt. Im Anschluss wird nicht mehr viel Zeit bleiben, bevor ich zum Flughafen aufbreche. Wenn alles ohne Nebel und dergleichen abgeht, bin ich heute Abend um 22.05 Uhr in Saratow.
Foto: Am Morgen ist es noch still in der Pfarrkapelle von Nordossetiens Hautpstadt Vladikavkaz.

Fortsetzung: "Good bye, Caucasus!"
Die kurze Zeit nach dem Gottesdienst war mir zu schade dafuer, noch den Fotoapparat herauszuholen. Heute traf ich noch mehr Gemeindemitglieder als gestern, auch solche, die ich schon sehr lange kenne. Wie auch in manch' anderen Gemeinden, hoeren die Leute hier unheimlich aufmerksam zu bei der Predigt. Die hinterste Bank war voll besetzt mit Mitarbeitern und Partnern der Caritas Vladikavkaz. Vor dem Mittagessen stellten sie mir ihre aktuellen Projekte vor. Kurz nach dem Abflug in Richtung Moskau, ging auch noch einer meiner Wuensche in Erfuellung: Trotz trueben Wetters am Boden, ragten die Spitzen des Nordkaukasus durch die Wolken. Das geuebte Auge entdeckt auf dem unbearbeiteten Handy-Foto eventuell sogar den Elbrus. Mit seinen 5642 m ist er nicht nur der hoechste Berg im Bistum Sankt Clemens, sondern auch in Europa.