Freitag, 16. November 2012

Fahrzeugsegnung außer der Reihe

Gewöhnlich machen wir das ja am Christophorustag, heute war es eine Ausnahme. Für die Seelsorge in der Diaspora, erst recht, wenn solche Entfernungen wie im Bistum Sankt Clemens zurückzulegen sind, sind Priester, Ordensleute und Katecheten auf Kraftfahrzeuge angewiesen. Das Bahn- und Busliniennetz reicht hier bei weitem nicht aus. Dank der Unterstützung des päpstlichen Hilfswerks "Kirche in Not" und der Solidaritätsaktion deutscher Katholiken mit den Menschen in Osteuropa "Renovabis" haben wir schon oft kaufen können, was nötig war, so auch das neue Auto von Pater Tomasz in Marx. Er betreut unter anderem die Pfarrgemeinde in Penza (über 200 km von Marx entfernt), wohin er an jedem Samstagmorgen aufbricht, und von wo er um Mitternacht zurückkehrt. Seit kurzem besucht er auch Balakow (nur 105 km von Marx), wo sich eine eigene Gemeinde zu formieren scheint. Dazu kommen drei Dörfer im Rayon Marx, die 35 bis 50 km von der Kreisstadt entfernt liegen. Pater Tomasz sah, dass ich heute in der Stadt war und schickte mir eine SMS: "Das Auto ist gewaschen. Können Sie es segnen?" Man muß vielleicht erklären, dass die Vorphase zum Winter in Marx eine Schlamm-Phase ist. Kinder gehen in Gummistiefeln zur Schule. Jedes Auto aus einer Nebenstraße bringt hundert Meter Lehm mit auf den Asphalt, erst recht die großen. Bei der Auswahl der Autos achten wir nicht nur auf den Preis, sondern auch auf niedrige Reparaturkosten, einen wirtschaftlichen Kraftstoffverbrauch und lange Lebensdauer (besonders der Stoßdämpfer). Trotz aller Bemühungen sind die Fahrzeuge eines Tages bei ca. 150.000 km abgewirtschaftet und verlangen Ersatz. In manchen Pfarreien bedeutet das: nach 3 - 4 Jahren.  
(P.S. Wer sich mit Objektiven auskennt weiß: Starke Fotos kann man auch von schwachen Motoren machen.)