Dienstag, 6. November 2012

Nur, weil ich’s versprochen habe

Ich war nur ein Wochenende unterwegs. Arbeit im Büro hat jedoch heute auf mich gewartet, wie nach einem ganzen Monat Abwesenheit. Und es ist längst nicht alles Dringende erledigt. Darum der Rückblick in Kurzform: „Kirche in Not in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein“ – das ist ein kleiner Stab von wunderbaren Leuten. Sie motivieren Pfarrgemeinden und gehen in die Öffentlichkeit, indem sie häufig Gäste aus den Empfängerländern ihrer Hilfsprojekte einladen und diese aus ihrem Alltag erzählen lassen. (Etwa aller zwei Jahre bin ich einer jener Gäste.) Als ich hörte, dass vorgestern – am Sonntagmorgen - die Kirche eines nigerianischen Priesters von Terroristen zertrümmert wurde, der kurz vorher ebenfalls einen Besuch bei „Kirche in Not“ in der Schweiz abgestattet hatte, war ich betroffen, aber auch dankbar dafür, wie gut wir Christen es doch seit über 20 Jahren in Russland haben.
Nach meiner Ankunft am Freitagabend wurde ich von den Benediktinerinnen im Kloster Fahr (nahe Zürich, siehe: „Das Kloster am Rande der Stadt“ von Silja Walter) zur Übernachtung aufgenommen. Früh am Morgen feierte ich mit einem 90-jährigen Pater aus Einsiedeln und der Schwesterngemeinschaft die heilige Messe. Dann blieb Zeit für einen Spaziergang. Später ging es nach Schaan Liechtenstein. Eine Außenstation eingeschlossen, feierte ich dort insgesamt vier Gottesdienste in der Pfarrgemeinde und lernte nebenbei zwei gute Priester kennen: den Pfarrer und den Kaplan. Auch für einen Besuch beim Erzbischof reichte die Zeit. Ein Interview bei Radio Liechtenstein wurde mit hoher Frage-Antwort-Geschwindigkeit aufgezeichnet. Nach so etwas trete ich immer ins Freie wie nach einem Zahnarztbesuch.
Wunderschön war die Natur, waren die Alpen bei Föhn und +20°C am Wochenende. Nebel in Saratow erschreckte mich dann beim letzten Umsteigen in Moskau. Es war wie ein Wunder, dass wir dennoch – mit nur einer Stunde Verspätung – starteten.