Samstag, 10. November 2012

Oekumenische Begegnung auf hoechster Ebene


 Um es gleich vorauszuschicken, mit der "Hoehe" meine ich die geographische. Das Mariae-Himmelfahrt-Kloster, das wir heute Morgen in den Bergen zur suedossetischen Grenze besuchten, ist das hoechstgelegenste orthodoxe Maennerkloster in Russland. Es ist noch im Wiederaufbau begriffen. In der Sowjetunion hatte man ein "Gaestehaus der Eisenbahner" aus dem Kloster - und einen Stall aus der Kirche gemacht. Elf Moenche leben jetzt hier, "eine ganze Fussballmannschaft", wie Pater Georgij scherzhaft illustrierte. Er fuehrte uns durch die Raeume und bewirtete uns mit hier gesammelten, bzw. hergestellten Naturprodukten: Tee, Kaese, Honig. Das Gespraech mit ihm war ungezwungen und ohne Eile. Er kennt Europa durch seine zwei Studien die Philologie und Oekonomie. Erst vor 12 Jahren ist er ins Kloster gekommen. Er liest viel und macht sich Gedanken um die Menschen, die hier herauf kommen. "Das Wichtigste, wenn wir den Glauben weitergeben wollen", sagt er, "ist das eigene Beispiel". Eine Einladung nach Saratow lehnte er freundlich ab. Er fuehle, dass sein Platz hier im Kloster sei und wartet auf unseren naechsten Besuch. Pfarrer und Caritasdirektor aus Vladikavkaz hatten mich begleitet.

Um nun nicht die Zeit am Computer zu vertun, die fuer den Besuch in der Pfarrei gedacht ist, nur kurz der Vermerk, dass das Erntedankfest, das meinetwegen hier in Vladikavkaz fuer heute angesetzt war, eine schoene Begegnung mit den wenigen, aber treuen Gemeindemitgliedern Nordossetiens war. Wir feierten heilige Messe und sassen danach im ausgebauten Keller in froehlicher Runde zusammen. Es gibt hier junge Familien: Vaeter - Muetter - Kinder, die zusammen zur Kirche kommen. Das ist in unseren Gemeinden leider nur selten der Fall.