Dienstag, 20. November 2012

Pyatigorsk und Umgebung

Nicht zufällig stehen diese beiden großen Herren hier mit mir vor einem Bild der Pfarrkirche in Pyatigorsk. Gestern am späten Abend holte ich sie vom Bahnhof ab: Pater Radoslaw, der Obere von 10 Niederlassungen der Oblatenpatres in der zentralen und östlichen Ukraine und Pater Pawel. 
Seit über einem Jahr weiß ich, dass die irischen Herz-Jesu-Missionare ihre Mitbrüder aus dem Kaukasus nach Hause holen. Pater Stephen, ein Schotte, ist als Letzter geblieben, noch bis Weihnachten. Drei Pfarrgemeinden, eine alte Kirche, 50.000 km pro Jahr im Auto (und das entsprechende Benzingeld) etc. Das wirkte nicht attraktiv auf kühle Denker. Erstmals hatte ich die Stelle sogar ausgeschrieben. Aber niemand erklärte sich bereit, die wunderschön gelegenen Pfarreien zu übernehmen. Und dann kam der Kontakt zu den Oblaten zustande, eigentlich erst vor kurzem. Nun waren sie hier, um sich das Ganze anzusehen. Heute,  auf dem Heimweg, besuchen sie mich in Saratow. Durch ihre Vorgeschichte in der Ukraine bestens eingestimmt auf das, was sie erwartet, werden zwei Priester und ein Bruder schon ab Dezember nach Pyatigorsk kommen und ein paar Tage gemeinsam mit dem scheidenden Pfarrer zusammen arbeiten. 


Auf unserem Bahnhofsvorplatz steht ein großes Denkmal für Felix Dserschinski. Jedesmal, wenn ich Gäste abhole oder zum Zug bringe, gehe ich daran vorbei, und Tausende andere täglich auch. «Nach dem Sieg der Bolschewiki Ende 1917 schuf Dserschinski auf Veranlassung Lenins die Geheimpolizei Tscheka, deren Leiter er bis zu seinem Tod blieb. Diese tötete nach dem Vorbild der Terrorherrschaft während der Französischen Revolution angebliche oder tatsächliche Konterrevolutionäre und legte dabei laut diversen Quellen oft den Schwerpunkt ihrer Außenwirkung auf Abschreckung statt auf Wahrheitsfindung. Rund zehntausend Mordbefehle trugen seine persönliche Unterschrift.» Quelle: Wikipedia