Freitag, 9. November 2012

Vor dem Wochenende

Nur kurz, für täglich-treue Besucher. Die Alpen waren mir doch wohl zu flach. Darum fliege ich heute in den Kaukasus. Meinen traditionellen Besuch Anfang September in Vladikavkaz, konnte ich in diesem Jahr wegen eines Krankentransports nicht machen. An diesem Wochenende hole ich ihn nach. Pater Janusz und die Pfarrgemeinde erwarten mich am Abend in Beslan. Die Maschine geht schon in dreieinhalb Stunden.
Gestern war mir nicht zum Schreiben zumute, als ich vom Unfall einer Schwester hörte. An einem Fußgängerschutzübergang hatte sie angehalten, um eine Frau passieren zu lassen. Ein hinter ihr Fahrender fuhr auf und katapultierte sie viel Meter weit nach vorn. Die Polizei kam. Der Fahrer verschwand für eineinhalb Stunden. Statt einen Arzt zu rufen, schickten die Polizisten die Schwester 50 m weit in ein Geschäft, warmes Wasser holen, um die "eingefrorene Handbremse" zu lösen. (So erklärten sie der Armen, meiner Meinung nach, noch im Schock befindlichen, dass sich das eine Hinterrad nicht mehr drehe, während sie mit dem Fahrer des aufgefahrenen Wagens sichtlich freundlicher umgingen.) - Fünf Tage nach dem Unfall war die Schwester nun wegen Schmerzen beim Arzt. Der stellte Schäden an der Wirbelsäule fest. Jetzt hat sie einen Laufzettel von Pontius zu Pilatus, bei wachsenden Rückenschmerzen. Die Papiere bei der Verkehrspolizei werden erst am 17. November fertig zum Abholen. Danach kommt die Versicherungsgesellschaft des Schuldigen und schätzt den Schaden am Auto, das zumindest bis dahin nicht repariert werden darf.