Donnerstag, 24. Januar 2013

Wo der Weg nicht das Ziel ist

Wo der Weg nicht das Ziel ist? - Na, im Normalfall.
Ich hatte nur eine Überschrift für zwei Situationen aus dem Alltag gesucht. Da war ich in dieses Wespennest geraten. Das moderne - manchmal vom religiösen Leben recht losgelöste - Wallfahrtswesen benutzt die von Konfuzius stammende Redewendung gern. Man kann auch wirklich schön darüber philosophieren. In einem englischsprachigen Blog wird das als eine der häufigsten deutschen Redewendungen bezeichnet: Der Weg sei das Ziel. Und wieder jemand anderes nennt es den Slogan der Ziellosen. Hier also einfach über zwei Wege, die ihre Ziele haben. (Nun ist das Vorwort länger als der Text geworden!)
In Marx haben dreitägige Exerzitien zur letzten Vorbereitung auf den Eintritt zweier Schwestern ins Noviziat und einer Kandidatin ins Postulat begonnen. Für mich war das gleichzeitig Gelegenheit, meinen Generalvikar zu treffen und ihn um ein paar Unterschriften zu bitten. Er hatte in Marx wegen der Planung von Reparaturarbeiten an der Kirche zu tun. Am 24. November wollen wir hier das 20-jährige Kirchweihjubiläum feiern, zu dem schon alle katholischen Bischöfe in Russland ihre Teilnahme zugesagt haben. Bei Schneetreiben fahre ich nicht gern Hunderte Kilometer auf baumloser Landstrasse. So war es mir recht, dass ich nur 60 km fahren durfte, während der Generalvikar zum heutigen Treffen sechsmal mehr (360 km) zurücklegen musste.