Sonntag, 6. Januar 2013

Ihr Kinderlein, kommet

Der geistliche Impuls und die heilige Messe am Morgen in Marx sind schon beinahe vergessen, seit die Kinder da sind. Es hatte über Nacht kräftig geschneit. Die Straßen waren glatt. Beinahe hätten wir die Fahrt nach Saratow verschoben. Ein paar Unfälle unterwegs (meist Autos im Straßengraben oder auf dem Feld) mahnten zur Vorsicht. In meiner Einladung an die Kinder aus dem Marxer Kinderzentrum hatte ich zwischen Jungen und Mädchen geteilt. Sie haben verschiedene Interessen und stecken in verschiedenen Entwicklungsphasen. - "So wird es ruhiger", dachte ich: "Die einen heute und morgen, die anderen am  kommenden Wochenende." Nach dem Mittagessen bei mir zu Hause schauten wir meine alten Fotoalben an, die in der Zeit entstanden, als ich Pfarrer in Marx war. Manche Kinder entdeckten ihre Eltern auf den Bildern wieder, im Alter, in dem jene selbst Kinder waren. Um vier ging's ins Kino. Ein neuer, russischer Trickfilm kam gut an. Ein langer Fußweg durch die Einkaufstraße im Saratower Stadtzentrum führte uns danach in die Kathedrale, wo wir im Gemeinderaum etwas Einfaches zu Abend aßen. An der Krippe in der Kirche beteten wir ein Stück vom Rosenkranz, jedes Kind betete einen Teil vor. Dann sangen wir dem Christkind Weihnachtslieder, ich je eine Strophe auf Deutsch, die Kinder dann weiter auf Russisch. Ich hätte versprochen, dass wir noch an die Wolga gehen würden, waren sich die Räuber danach einig. Da sie keine Schlittern hatten, rollten sich die Kinder den Hang zum Ufer herunter, so oft, dass wir danach gezwungen waren, zum Sachen-Trocknen nach Hause zu gehen. Neun Mädchen sind es, von 8 bis 14 Jahre. Ich hoffe, sie schlafen heute gut, ... in der Gästewohnung der Kurie.