Montag, 7. Januar 2013

Mk 9, 33-37

Es war mir recht, aber nicht billig, meine Gäste heute nachmittag von zwei anderen Fahrern nach Marx zurückbringen zu lassen. "Recht" war es, weil ich doch auch meine beiden Seminaristen hier habe, die mich dieser Tage besuchen, bevor sie morgen Nacht um drei Uhr, nach ihren Weihnachtsferien ins Vorseminar Novosibirsk aufbrechen, aber auch, weil schon in wenigen Stunden die Besprechung des Pastoralplans 2013 beginnt. "Billig" war es mir nicht. Ich hätte meine lieben Gäste schon gern auch wieder bis nach Hause gebracht: neun Kinder aus einfachen, meist armen Familien. Es war sehr, sehr schön mit ihnen. Als sie abends noch nicht schlafen konnten, gingen sie ungezwungen in die Hauskapelle und sangen Weihnachtslieder. Beim Morgengebet merkte ich, dass sie beten gewohnt sind und beten können. Beim Spaziergang durch die fremde Stadt achteten sie aufeinander und waren fröhlich, ohne übermütig zu werden. Sie halfen sich gegenseitig, wuschen das Geschirr ab und bedankten sich am Ende spontan mit einem langen Lied. In der heiligen Messe am Vormittag lud ich nach der Predigt ein, Fürbitten selbst zu formulieren. Ohne Hemmungen und ohne künstliche Wortwindungen sprudelte es aus ihnen heraus. "Herr, ich bitte dich für meine Mama, dass sie aufhört zu trinken und wieder Arbeit findet" - war gleich das erste Gebet. Ähnliche folgten. 
(Die Collage kann man durch einen Klick aufs Bild noch ziemlich vergrößern.)
«Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer (von ihnen) der Größte sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.»