Dienstag, 2. April 2013

Rücklick in die Blogpause

Natürlich werde ich nun nicht alle Einträge nachholen, die ich nicht gemacht hatte. So manches Bild möchte ich aber dennoch nicht einfach so im Speicher des Computers verschwinden lassen. Zum Beispiel dieses: 
Palmsonntag in einem Dorf, 300 km von Krasnodar entfernt. Hier gibt es viele katholische Christen, die zwar zum armenischen Ritus gehören, aber - wegen extremen Priestermangels dieser Ostkirche - von einem unserer "lateinischen" Seelsorger betreut werden. Während die Mütter und Großmütter im Wohnzimmer den Kreuzweg beten, unterhalten sich Kinder im Vorraum (nicht nur) über katechetische Themen. Sie packten ihre Religionshefte aus und wussten, dass man hier nur flüstern darf. Vor der Tür hatten alle ihre Schuhe stehen gelassen, um keinen Schmutz in die "Kirche" zu tragen. Dort, zwischen den Schuhen - unsichtbar auf dem Foto - spendete Pater Con das Bußsakrament. Als dann nach all dem der Gottesdienst mit Palmenweihe und einer kleinen Prozession begann, wurde es so eng, dass ich am Altar beinahe keine Kniebeuge mehr machen konnte. In der Predigt antworteten die Kinder so gut auf meine Fragen, dass es eine Freude war zuzuhören.
Drei Tage lang hatte ich die Gemeinden des irischen Herz-Jesu-Missionars besucht, bevor ich am Montag in der Karwoche unter Beteiligung der Priester aus dem Kaukasus, vom Schwarzen Meer und aus den am Don gelegenen Pfarreien die heiligen Öle weihte. (Das Gleiche tat ich am darauffolgenden Tag noch einmal im nördlichen Teil des Bistums, was nur per Flugzeug über Moskau möglich war.)