Montag, 13. Mai 2013

Mitten drin

Marx, Uliza Kujbysheva 220, Frühjahr 1993
Links Bet-, rechts Pfarrhaus, hinten neue Kirche
Vor 20 Jahren, im Frühjahr 1993, wuchs die Kirche in Marx täglich ein Stück weiter Richtung Himmel. Es war die erste neue katholische Kirche in Russland seit 1917! Das war 5 Jahre nach meiner Priesterweihe (1988) und 5 Jahre vor der Bischofsweihe (1998).
Ich habe Priester, Ordensleute und Vertreter der Pfarrgemeinden aus dem Bistum eingeladen, am kommenden 5. Juni einen Dankgottesdienst mit mir in eben dieser Pfarrkirche zu feiern. Auch wenn es ein wenig vor den eigentlichen Terminen liegt, wird das dann mein "silbernes" Priesterjubiläum und ein Gedenken an die Bischofsweihe vor 15 Jahren sein. Allzu viele werden nicht kommen. Schon während der Pastoralkonferenz, unlängst, hatten mir die Teilnehmer zum bevorstehenden Jubiläum gratuliert - denn es ist wegen der großen Entfernungen sehr selten, dass wir uns treffen - und mir eine Soutane und einen riesigen Blumenstrauß geschenkt. 
Vor der Priesterweihe hatte ich mir, noch im Pastoralseminar Neuzelle, die Worte des heiligen Petrus aus dem Johannesevangelium (6,68) als Primizspruch gewählt: "Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens." Gehen und Bleiben waren ein großes Thema für mich, viele Jahre lang. Zehn Jahre später, für die Bischofsweihe, ließ ich dann Worte einer deutschen Einsiedlerin unserer Tage auf die Andenken-Bildchen drucken: "Mein Leben soll sagen: Der Herr kommt. - Mein Herz soll sagen: Ja, komm, Herr Jesus!" (Spruch im Bischofswappen: Veni Domine Jesu.) Beides ist gültig geblieben, als Versprechen, Hoffnung, Programm, Bitte, ...