Mittwoch, 12. Juni 2013

150 Jahre Dorf "Tschornaja Padina"

Am vergangenen Sonntag feierte man im Dorf der östlichsten Außenstation der Saratower Pfarrgemeinde das 150-jährige Bestehen der entlegenen Ortschaft. Tschornaja Padina existiert, weil litauische Bauern nach der Niederschlagung des polnisch-litauischen Aufstands 1863 vom Zaren hierher verbannt wurden. Den ersten Winter versuchten sie in Erdhöhlen zu überleben. Dann gingen sie unverzagt ans Werk und lebten ihre Kultur und ihren Glauben in der russischen Steppe, fern der Heimat, mutig weiter. Bald gab es eine Schule, eine Kirche, ... 
Den Festgottesdienst feierte unser Saratower Pfarrer. Dann ging es im Kulturhaus weiter. Es waren Gäste aus Litauen gekommen, aber auch aus den umliegenden Ortschaften und der Kreisstadt. Ein in Amerika lebender Sponsor des Dorfes, der hier 1918 geborene Milliardär Juozas Kaziskas, schickte auch diesmal eine ansehnliche Spende in seine Heimat. Das Dorf ist arm. Die Jugend zieht weg. Einmal im Monat fahren auch die Schwestern, die bei mir im Büro und im Haushalt helfen, nach Tschornaja Padina, um dort Religionsunterricht etc. zu geben. 
Ein Link zur Notiz von Diakon Peter Eichhorn, der das Dorf vor Jahren besuchte. Und noch einer, zu den Fotos meines Besuchs 2011.