Sonntag, 9. Juni 2013

Wolgograder Sonntag

Der Besuch scheint kurz gewesen zu sein, aber intensiv war er auch. Am frühen Sonntagmorgen verließen wir Wolgograd mit dem Pfarrer, Pater Jozef, in Richtung Westen, wo um 8.00 Uhr heilige Messe auf der Außenstation in Novy Rogatschik geplant war. Obwohl uns die Schranken an allen drei Bahnübergängen unterwegs aufhielten, kamen wir rechtzeitig an. Das Besondere am heutigen Tag: In der Messe waren zwei Taufen vorgesehen: Katharina und Marianna - eine kleiner als die andere. Zwar habe ich nicht gezählt, aber es hatten sich sicher mindestens 30 Personen in dem kleinen Bethäuschen versammelt. - Die übliche Sonntagsgemeinde des Dorfes. Viel für eine Außenstation! Es sind in der Mehrzahl katholische Ukrainer und Weißrussen, die vor Jahrzehnten hier "hängengeblieben" waren, als sie, bzw. ihre Eltern den Wolga-Don-Kanal gebaut hatten.
In Wolgograd begann die Sonntagsmesse um 11.00 Uhr. Festlich und froh waren die Leute gestimmt, wovon man sich auch noch einmal nach dem Gottesdienst überzeugen konnte. Viele, wirklich viele kamen, bzw. warteten, um ein paar Worte persönlich zu wechseln. Zum "derzeitigen" Fest meines silbernen Priesterweihejubiläums (und der 15 Jahre Bischofsweihe) bekam ich 33 weiße Rosen geschenkt. Mit Pfarrer und Schwestern, die alle aus der Slowakei stammen, traf ich mich dann wieder beim Mittagessen, als die letzten die St.-Nikolaus-Kirche verlassen hatten, gegen 15.00 Uhr, womit der Besuch in Wolgograd ausklang.
Fünfeinhalb Stunden dauerte die pausenlose Rückfahrt. Bei der Ankunft in Marx, wo ich unseren Seminaristen wieder "abgab", denn morgen beginnt dort der erste Durchgang der Religiösen Kinderwochen dieses Sommers, war es noch nicht ganz dunkel. Auf dem kurzen Weg vom Auto ins Haus, schafften es 10 Mücken, meine Blutgruppe zu probieren. - Auch das erinnert an die Feier vor 15 Jahren.