Samstag, 6. Juli 2013

Ein aufregender Auftakt und ein ruhiges Ende

Der Samstag lief anders als geplant. Fast bis Mittag hatte ich damit zu tun, zwei Jugendliche aus einem baschkirischen Dorf zu finden, die 13 Stunden im Bus gesessen hatten und statt am Bahnhof in Saratow, weit draussen auf der Umgehungsstraße um die 830.000 Einwohner-Stadt abgesetzt wurden. (Der Bus fuhr weiter ans Schwarze Meer.) 180 km brachte mir das ein. Die Handys der beiden blockierten beim ersten Anruf, denn fern des heimatlichen Dorfes schluckte die erste Gesprächsminute alles Geld, das im Voraus auf die Nummern eingezahlt worden war. 
Am Nachmittag kauften wir einen Kleinwagen für die Seelsorge. (Das ist ja eine ziemliche Prozedur!) Am Abend zeigte ich Gästen Marx und die Wolga. 
Und dann, so gegen halb 10, hatte ich die seltene Freude, einen Hausbesuch bei einer jungen Familie machen zu dürfen. Früher gings nicht. Und ab morgen ist der junge Vater für eine ganze Woche auf Arbeit. Wie einfach die jungen Eltern mit ihren beiden Mädchen leben, und wie gut sie zu ihren Kindern sind, ... Ich kenne die Mutter, seit sie als sechsjähriges Kind mit vielen Flüchtlingen aus Tadschikistan gekommen war... Wo anfangen, wo aufhören?! Das wäre ein ganzes Buch, in dem manche gute Menschen vorkommen würden, die diese Familie auf ihrem mühsamen Weg begleitet haben und nicht im Stich lassen. (Beide Fotos stammen vom Besuch.)