Mittwoch, 28. August 2013

Der Rede wert

Die Renovierung ihrer Kirche in Marx versteht die Pfarrgemeinde als eigene Sache. Obwohl unsere Leute nicht alles selbst machen können, wagen sie sich an ungewöhnliche Dinge. Als ich heute zufällig in Richtung Kirchendach blickte, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen. Zwei junge Frauen waren da in schwindelnder Höhe am Streichen der 20 Jahre alten Bleche. Als ich ein paar Stunden später endlich einen Fotoapparat zur Hand hatte, hatte der Hausmeister den Pinsel übernommen. Gestern Abend stand der Pfarrer bis zum Dunkelwerden dort oben und hat fleißig mitgestrichen. Zur finanziellen Eigenleistung sind unsere kleinen Pfarrgemeinden oft nur in sehr, sehr begrenztem Masse fähig. Dass es aber an gutem Willen und Enthusiasmus fehle, werden sie sich nicht gern nachsagen lassen.


Damit es nicht in Vergessenheit gerät, möchte ich heute daran erinnern, dass es ein 28. August war, nämlich im Jahre 1941, als Stalin die Deutschen per Erlass aus der Wolgarepublik nach Kasachstan und Sibirien deportieren liess, wo viele von ihnen schon im ersten Winter starben.
Tausende und Abertausende Diversanten und Spione befänden sich unter den Deutschen in den Wolgarayons. Zwecks Vorbeugung und um Blutvergießen zu vermeiden, siedle man sie komplett um.