Donnerstag, 8. August 2013

Sr. Anna Maria SJE unerwartet verstorben

Am frühen Morgen, als ich ungefähr 100 der 900 km des heutigen Heimweges zurückgelegt hatte, eilte P. Tomasz, der Pfarrer in Krasnodar, zum Kloster der Dienerinnen Jesu in der Eucharistie. Er spendete Sr. Anna-Maria Movsesian die Krankensalbung, nicht wissend, ob sie die Schwelle des Todes schon überschritten hatte oder noch nicht. Kurz darauf bekam ich die Nachricht.
Der Notarzt kam zu spät. Wie immer, in solchen Fällen, musste man die Polizei rufen. Die Vorbereitungen für die Beerdigung stießen schnell an einen Stolperstein: Die Verwandten der Verstorbenen leben in Georgien... Bis zum Abend war dennoch alles geklärt. Als ich in Saratow eintraf, stiegen Sr. Helena und Sr. Maria gerade in den Zug nach Krasnodar. Es gab, Gott sei Dank, noch zwei Fahrkarten. Jetzt im Sommer ist das schwierig. In 24 Stunden sind sie an Ort und Stelle. Requiem und Beerdigung sind in Krasnodar für Samstag Mittag geplant. Nach Möglichkeit fahre ich selbst zu den Beerdigungen unserer Priester und Ordensleute. Da ich aber schon am Sonntag nach Kasachstan fliege, war das logistisch nicht mehr einzufügen. 
Sr. Anna-Maria Movsesian SJE, Armenierin, wurde am 4. Januar 1948 in Georgien geboren. Ihre Muttersprache war armenisch, was ihr den Zugang zu katholischen Christen ihrer Nationalität erleichterte, und was viel Segen in jene Familien brachte. Seit einigen Jahren lebte sie im Konvent der Schwestern in Krasnodar. Sicher war das ein großes Opfer, die Heimat im schon nicht jungen Alter zu verlassen. Heimat hieß hier ja auch deutlich: Kultur und Sprache, letztlich auch Verwandte. Sie überließ sich ganz ihrer Ordensgemeinschaft, die ihrerseits, die Verantwortung für die Schwester fühlte und übernahm, als sie die Niederlassung in Georgien schließen musste
Der Herr zeige Sr. Anna-Maria nun die himmlische Heimat, von der sie als treue Ordensschwester mit Wort und Leben Zeugnis gab.