Samstag, 7. September 2013

Buguruslan - Otradny

Der heutige Tag war den Aussenstationen der Herz-Jesu-Pfarrei in Samara gewidmet: Buguruslan - zwar nur knapp 200 km entfernt, jedoch in einer anderen Zeitzone: zwei Stunden weiter! Und anschliessend, auf dem Heimweg - Otradny. Beide Staedte hatten wir noch Anfang der 90-er von Marx aus betreut, denn es gab keinen zweiten katholischen Priester in ganz Suedrussland. Ich bin heute guten Menschen begegnet, die mit der Kirche glauben wollen, aber durch die zu grossen Entfernungen allein sind, auch innerlich. Mir schien, dass man ihre Not und Armut spueren konnte. Fuer viele war es heute ein selten froher Tag, denke ich. In beiden Orten feierte ich heilige Messe. Vorher ueberliess mir der Pfarrer die Spendung des Busssakraments, wofuer ich sehr dankbar bin. Nach der heiligen Messe und einem Fastenessen in Otradny machte ich einen Krankenbesuch. Eine Frau Namens Maria - Deutsche - empfing mich mit so viel Freude, dass mir schien, sie koenne daran sterben. Sie sprach deutsch mit mir, erzaehlte unter anderem von Pater Joseph (dem heutigen Bischof von Novosibirsk), der sie getraut hatte und von Lena, die ihr bei der Vorbereitung und beim Ueberzeugen ihres Mannes geholfen hatte. Mit "Lena" meinte sie unsere Schwester Helena aus Marx, die damals viel reiste, Katholiken ausfindig machte und sie auf die Begegnung mit einem Priester vorbereitete. Nach ueber 20 Jahren erinnerte sich die schwerkranke, allein wohnende Frau an Einzelheiten und Namen...
Am Abend kontrollierte ich die Kirchenbuecher in Samara, was zu den Pflichten waehrend eine Visitation von Gemeinden gehoert.