Donnerstag, 5. September 2013

Unerwähntes

Wenn jemand meine Blogeinträge "Tagebuch" nennt, so wie das gestern wieder einmal geschah, wehrt sich in mir eine verteidigende Stimme, so in der Art "Wenn ihr wüsstet..." Es sind einfache Informationen aus dem Bistum Sankt Clemens, oft aus meiner nächsten Nähe, aber doch nicht unbedingt Notizen zum Wichtigsten im Leben. Ganz im Gegenteil! Außerdem gibt es doch täglich das Spektrum von Ereignissen, das nicht ins Internet gehört. Ebenso gibt es Erwähnenswertes, aber ich komme im Laufe des Tages nicht dazu, es zu berichten. Logisch. So werde ich die Geschichte von dem Schulanfänger nicht erzählen, der denkt, dass seine Mutter nach Moskau zum Arbeiten gefahren ist und (noch) nicht weiß, dass sie im Gefängnis sitzt. Ich habe nirgends erwähnt, das die Leipziger KSG (Katholische Studentengemeinde) mehr als 1000 Euro für die Kinderseelsorge in meinem Bistum gesammelt hat, und dass die Pfarrgemeinde der Hofkirche in Dresden am Erntedankfest für ein Projekt im Bistum Sankt Clemens uns sammeln will. 
Es war selten genug, um zumindest doch noch kurz erwähnt zu werden, dass eine große Saratower Nachrichten-Homepage ein einstündiges Interview mit mir gemacht hat. (Gewöhnlich interessiert man sich hier nicht für katholische Kirche in den Medien). Jene Frau aus einem sibirischen Dorf habe ich nicht erwähnt, die an der Wolga neu anfangen will und deren Kinder, weil sie bisher in eine Dorfschule in der Taiga gegangen waren, hier automatisch in die Hilfsschule übernommen wurden, was ihnen die Zukunft verbaut. Ich schreibe nichts über ein einschneidendes Missverständnis im Bistum und über und seine traurigen Folgen. Und ich hätte längst schreiben sollen über zwei Seelsorger, die von ihren Orden aus unserem Bistum abberufen wurden: P. Dariusz Paszynski CSsR, der 19 Jahre lang in Orenburg, Orsk und Togliatti wirkte. Ein guter Freund und Ratgeber! Er wurde nach Kasachstan versetzt. P. Wiktor Sviderski OFM Cap. - 10 Jahre lang Pfarrer in Woronezh, wird nun in Kiew gebraucht. Dies alles sind Gedanken, die mir heute beim Frühstück einfielen. Würde ich weiter sinnieren, ... käme zu kurz, was jetzt am Schreibtisch auf mich wartet.