Donnerstag, 17. Oktober 2013

Armes Deutschland

Ja, es gehört nicht direkt zum Leben in der Diözese Sankt Clemens, aber es tut mir leid und bewegt mich, was da zurzeit in Deutschland los ist. Darum gebe ich ausnahmsweise einmal die heutigen Worte des Pressebeauftragten des Bistums Dresden-Meißen hier wieder, mit denen er in den wöchentlichen Newsletter-Versand einführt:
Liebe Leserin, lieber Leser, welches Auto fährt der Bischof? Wieviele Quadratmeter misst seine Wohnung? Wie sieht es in der Bischofsresidenz aus? Fragen wie diese laufen seit der Causa Limburg am laufenden Band in den Pressestellen unserer katholischen Bischöfe auf. Ja, unser Bischof fährt einen geleasten Mercedes. Ja, er wohnt in einer 150 Quadratmeter großen Wohnung. Ja, auf dem Fußboden liegt Parkett, die Wände sind sorgsam verputzt und die Zimmer sind schlicht, aber stil- und geschmackvoll eingerichtet.
 Es gibt zweifellos Menschen, die unter ärmeren Bedingungen leben müssen. Und ja, Papst Franziskus ist, was Fragen der Bescheidenheit angeht, ein leuchtendes Vorbild. Aber – so finde ich – unser Bischof braucht sich für diesen Komfort sicher nicht zu schämen. Denn auch das sehe ich: einen Mann, dessen Terminkalender im Dienst für das Bistum überquillt. Der auf seinen Fahrten von Altenburg bis Zittau nicht einfach unterwegs ist, sondern seine Post erledigt, telefoniert, Akten abarbeitet, Termine vorbereitet. Der sich nicht schont, sondern im Glauben verwurzelt mit vollem Einsatz im Weinberg des Herrn ackert. Danach hat mich allerdings bisher noch kein Journalist gefragt.
Arbeiten wie ein Manager, leben wie ein Mönch: in der Kluft dazwischen wird irgendwo jeder Bischof im einen oder anderen Punkt Abstriche machen müssen. Ich jedenfalls möchte nicht mit unserem Bischof tauschen. Auch wenn ich das kleinere Auto fahre.
Das musste mal gesagt werden.
So – außerdem: Es gibt Grund zur Freude! Der 100. Deutsche Katholikentag im Jahr 2016 soll in Leipzig stattfinden. Da bekommt das Wort „Messestadt“ doch eine ganz neue Bedeutung. ...
Viele Grüße! Ihr Michael Baudisch, Pressestelle Bistum Dresden-Meißen