Samstag, 2. November 2013

Allerseelen an der Wolga

Friedhöfe liegen oft weit draußen vor der Stadt oder dem Dorf. Weil in unseren Pfarrgemeinden kaum jemand ein eigenes Auto hat, wurden vielerorts für heute, bzw. morgen Autobusse bestellt, mit denen dann alle nach der heiligen Messe mit den Priestern zur Gräbersegnung fahren. An jedem Grab von Verwandten und Gemeindemitgliedern wir kurz gebetet. (Natürlich dauert das lange. Aber allen ist es sehr wichtig.) Hoffentlich bemerken auch viele die schönen Texte aus der Heiligen Schrift, die heute in der Liturgie gelesen werden. Sie haben so viel mit dem LEBEN zu tun!

Ein kleiner Kommentar zum Bild nebenan: (Das Foto ist nicht heute gemacht. Bei uns liegt noch kein Schnee.) Die katholische Kapelle auf dem Friedhof in Rovnoe (einst: Seelmann) ist über 100 Jahre alt. Noch viele deutsche Familiennamen kann man auf den Inschriften eingezäunter Gräber in ihrer Nähe finden, z.B. Graf, Braun, Werfel, Spengler, Saib, ... In der Sowjetunion hatte man die Kreuze auf den Gräbern durch rote Sterne ersetzt, Schmuck ohne Sinn. Seelmann hatte die schönste katholische Kirche an der Wolga, wie man sagt, mit zwei großen Türmen. Von der Kirche ist nichts übrig geblieben.