Montag, 25. November 2013

Gratulation des Vizegouverneurs

Im gestrigen Festgottesdienst in Marx, den der Apostolische Nuntius mit uns feierte, war ein Vertreter der Saratower Gebietsverwaltung anwesend, der am Ende einen Gratulationstext überbrachte. Hier eine nicht offizielle Übersetzung davon:

An den Apostolischen Nuntius in der Russischen Föderation
Erzbischof Joann Jurkovich
und die Mitglieder der Katholischen Bischofskonferenz Russlands
"Exzellenz!
Ehrwürdige Mitglieder der Bischofskonferenz!
Bitte nehmen Sie diesen aufrichtigen Gruß an die Teilnehmer der Festveranstaltungen zum Abschluss des „Glaubensjahres“ entgegen!
Das vergangene Jahr, das für die Katholiken auf der ganzen Welt zum „Jahr des Glaubens“ geworden war, ist auch für die russische Gesellschaft ein Jahr vertieften Verstehens der Bedeutung des Glaubens in der modernen Welt geworden. Gesetze zum Schutz der Empfindungen von Gläubigen wurden erlassen, das Unterrichtsfach „Grundlagen der Weltreligionen“ wurde zum nicht wegdenkbaren Teil der Erziehung in den Schulen, das Interesse an den Problemen der eigenständigen geistlichen Festlegung des Menschen in der Gesellschaft schwindet nicht, die Völker Russlands verstehen immer mehr, dass eben traditionelle religiöse Werte die Grundlage für jede nationale Kultur bilden. Wie auch Papst Benedikt XVI. in seinem Schreiben bemerkte: „Wir dürfen nicht vergessen, dass im heutigen kulturellen Kontext viele Menschen, auch wenn sie die Gabe des Glaubens nicht direkt anerkennen, aufrichtig einen höheren Sinn und eine höhere Wahrheit des Lebens und des Seins der Welt suchen.“
Das „Jahr des Glaubens“ endet am Fest Christus König – einem besonderen Fest nicht nur für die Katholiken im Gebiet Saratow, sondern auf der ganzen Welt. An diesem Tag, vor 20 Jahren, erstmals seit dem Jahre 1917, wurde in Marx eine katholische Kirche geweiht, für die – zudem – das Christkönigsfest auch gleichzeitig das Patronatsfest ist. Gemeinsam mit dem ganzen Land konnten die russischen Katholiken das einst verlorene Band wiederherstellen, das uns mit unseren Vorfahren verbindet. Es hat Symbolkraft, dass die erste katholische Kirche im Gebiet Saratow erbaut wurde, dessen Tradition guter Nachbarschaft der Weltreligionen und Konfessionen bis ins Mittelalter zurückreicht. In diesem Jahr wurde auf dem Territorium des Saratower Gebiets das großangelegte 250. Jubiläum des Manifests Katharinas II. über die massenhafte Einwanderung von Ausländern nach Russland begangen, das unsere Gegend für immer in die gesamtrussische kulturelle und geistliche Landschaft eingeschrieben hat.
Ich möchte allen Saratower Katholiken zum heutigen Fest gratulieren, ebenso den Gästen unseres Gebietes, den Mitgliedern der Bischofskonferenz. Ich wünsche geistige und physische Kräfte, die Hilfe Gottes in Ihrem Dienst, und dass die geistlichen Gaben, die die christliche Kirche ihren Kindern reichlich vermittelt, zur Orientierung für unsere Gesellschaft in ihren täglichen Mühen werden!
Vizegouverneur des Gebietes Saratow
D. V. Fadeew"