Mittwoch, 4. Dezember 2013

B l i n d

Elina ist eins der Kinder, deren Mütter dem mehrfachen Anraten ihrer Ärzte widersprachen, und die nur deshalb geboren wurden. Man stellte eine Krankheit fest und wollte die Frau "entlasten". Schließlich war die Schwangerschaft viel zu kurz. Das Mädchen wog nur 700 g bei der Geburt. Drei Monate Intensivstation schlossen sich an. Als sie es auf 2.000 g geschafft hatte, durfte sie nach Hause. Elina ist blind. 10 Operationen, alle drei Monate an je einem Auge, sollen helfen, jedes Mal mit Vollnarkose. Es gibt keine Alternative. Elinas Mutter hat zwar die russische Staatsbürgerschaft beantragt, aber noch nicht bekommen. Darum müssen die Eltern für die Operationen bezahlen, zumindest für die jetzt anstehende, denn später kommt vielleicht schon der russische Pass. Dann wird das Kind umsonst behandelt. Die Familie hat kein Sparguthaben. Ich möchte, ohne, dass ich den Eltern etwas gesagt oder versprochen hätte, beim Sammeln der nötigen (umgerechnet) 3.200 Euro für die erste Operation helfen. 1.700 Euro habe ich schon zusammen, ungefähr die Hälfte dessen, was nötig ist.
Ich weiß, dass das in letzter Zeit nicht die erste Bitte um Hilfe ist. Was soll ich tun? Schweigen - würde mein Gewissen belasten, nicht das Bitten.

6. Dezember: Mit Hilfe von 4 Personen, die auf diesen Eintrag reagierten, hatten wir heute Vormittag die Mittel für die erste Augenoperation zusammen. Danke im Namen von Elina, ihren Eltern und ihrer großen Schwester (s. Foto)!