Freitag, 13. Dezember 2013

Happy birthday –Father Con!

P. Con (links) besucht eine der vielen Familien
in "seinen" Dörfern
Pater Con hat heute Geburtstag. Es wird wohl kaum einer seiner Mitbrüder zum Gratulieren vorbeikommen. Die Entfernungen sind zu groß. Gut, dass es Telefone und das Internet gibt, und dass es nicht mehr so ist, wie zu der Zeit war, als Pater Con hier ankam in Russland. Damals musste man Ferngespräche bestellen, auch in die Kreisstadt. Und es konnte Stunden dauern, bis eine Leitung freigeschaltet war. - Wer Pater Con ist? Ich hatte im Sommer 2012 in den Morgenandachten vom DLF von ihm erzählt: "... Seinen irischen Akzent hat er bis heute behalten, doch ist er so sehr „hier“, dass er im vergangenen Jahr sogar das Fest des heiligen Patricks, des Nationalpatrons aller Iren, übersehen hatte.   Pater Con ist hier bei uns schon mehrmals umgezogen, jeweils dorthin, wo er spürte, dass ihn die Menschen am meisten brauchten. Er lebt allein, wie ein Einsiedler, und gleichzeitig unter den Leute, so sehr, dass sie ihn oft mehr lieben, als ihre eigenen Eltern. Pater heißt Vater. Wer ihn kennt, muss das Wort nicht erst übersetzen. Tagelang gibt es im Haus, in dem er jetzt wohnt, keinen Strom oder kein Wasser. Dann bittet er um Verzeihung, dass sein Telefon außer Betrieb war, und dass er die angemeldeten Gäste nicht aufnehmen konnte. Pater Con betet viel, ist herzlich, fröhlich und viel unterwegs... Wegen der vielen Ortschaften, die Pater Con betreut, hatte ich seine Bitte um einen Kleinbus an die großen Hilfswerke unterstützt. Mit großer Freude konnten wir das Auto eines Tages kaufen. Wenige Monate danach erschrak ich über die ersten Worte seiner Bitte: „Nehmen Sie das Auto weg. Geben Sie’s einem anderen“, bat Pater Con. Seine Leute seien zu arm. Sie würden nicht verstehen, dass er jetzt ein neues – also teures – Auto hätte. „Seit ich das gute Auto habe, hat sich das Verhältnis der Menschen zu mir geändert. Ich bin jetzt ein Reicher für sie“, sagte er. Auch korrupte Polizisten an den Straßen würden ihn nun öfters anhalten und ohne Begründungen gleich mal 500 Rubel verlangen, einfach so. „Ich habe auch das Geld nicht. Nehmen Sie das Auto so schnell wie möglich!“ bat er nochmal."