Samstag, 7. Dezember 2013

Rorate?

"Rorate - das ist eine Adventsmesse am frühen Morgen, im Dunkeln mit Kerzen." So habe ich als Kind geantwortet. Inzwischen kenne ich die richtige Definition. Eine kann man z.B. auf kath.de finden. Besonders in der Zeit, als ich Pfarrer an der Wolga war, hatte ich mich bemüht, diese Form der Gottesdienste im Advent zu fördern. Einen Akzent legten wir damals auf Stille vom Aufstehen zu Hause bis zum ersten Wort in der Kirche: "Rorate ..." - "Tauet Himmel den Gerechten ..." und damit - auf Sehnsucht. "Sehnsucht nach Christus"? - klingt übertrieben? Dann klingt auch "Gott lieben" übertrieben. Und was bleibt dann vom Glauben übrig? Eine Kopfreligion? Nach unserem großen Jugendtreffen im August in Kasachstan, äußerten sich junge Leute dankbar für den glücklichen Umstand, dass dort, tief drin in der Steppe, kein Internet und kein Handy funktionierte. "So konnten wir uns ganz in das Treffen hineingeben", sagten sie. Rorate ist eine Einladung, ebenfalls tief hinein zu gehen in die Erwartung des Treffens mit dem Herrn.
(P.S. Ich erlaube mir, den Eintrag ausnahmsweise auch gleich einmal zu nutzen, um Familie Niebes in Leipzig und Frau Kaube in Weida Grüße aus Marx auszurichten. Dort sind Ihre Pakete pünktlich zum Nikolausfest eingetroffen.)