Mittwoch, 25. Dezember 2013

Weihnachten an der Wolga

Krippenspiel in Marx
Ich bin kein Reporter, erst recht nicht in diesen Tagen. Darum nur kurz: Der Hauptgottesdienst an Weihnachten ist und bleibt im Verständnis unserer Leute die Christmette, nachts, auch deshalb, weil der 25. Dezember bei uns ein gewöhnlicher Arbeitstag ist. Einen zweiten Weihnachtstag gibt es demnach erst recht nicht. Erst ab 31.12. sind in Russland Ferien. Man muss die Atmosphäre erleben, um zu verstehen. In den Augen unserer Gäste aus dem westlichen Ausland sind wir hier in Russland eine ziemlich konservative katholische Kirche. Und trotzdem (ich will ja nicht einmal sagen, gerade deshalb) ist so viel Freude und Ungezwungenheit in den Festtags-Gottesdiensten zu spüren, wie kaum irgendwo. Nachts zelebrierte ich in der Kathedrale. Heute, am Tag, in Marx. Hier und dort schlossen sich Krippenspiel und Bescherung für die Kinder an. Zu Hause feiern nur wenige, weil es kaum Familien gibt, in denen alle katholisch sind. Die anderen sind also nicht daran interessiert, oder fasten noch bis zum orthodoxen Weihnachtsfest am 7. Januar.