Mittwoch, 29. Januar 2014

Evangelisch in Südrussland

Wir haben sie wahrscheinlich sogar schon öfters gehört, die Stelle aus dem Jakobusbrief: „Meine Brüder, was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben, aber es fehlen die Werke? Kann etwa der Glaube ihn retten? Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung ist und ohne das tägliche Brot und einer von euch zu ihnen sagt: „Geht in Frieden, wärmt und sättigt euch!“, ihr gebt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen - was nützt das? So ist auch der Glaube für sich allein tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat. Nun könnte einer sagen: Du hast Glauben, und ich kann Werke vorweisen; zeig mir deinen Glauben ohne die Werke, und ich zeige dir meinen Glauben aufgrund der Werke.“ (Jak 2,14-18)
Vor wenigen Tagen haben wir die Gebetswoche um die Einheit der Christen beendet.
Beides kam mir heute in den Sinn, als Propst Scheiermann bei mir zu Gast war, und wir auch auf seinen Kirchbau zu sprechen kamen. Wieviele Jahre zieht sich der schon hin! Mit ruhigem Vertrauen erzählte der evangelische Geistliche von den kleinen Fortschritten bei den Arbeiten. Es wäre jetzt Zeit für die großen Fenster in der Kirche. Im Winter haben die Firmen wenig zu tun und deshalb auch keinen Grund, die Preise in die Höhe zu schrauben. Aber die 15 Fenster sind nicht klein und kosten trotz allem etwa 500 Euro pro Stück. Schulden machen – möchte der Saratower Propst nicht mehr, als er schon hat. Also wartet er, bis das Geld zusammen ist. Für 5 Fenster hat er es, für 10 nicht. Muss man evangelisch sein, um sich an der Sache zu beteiligen? Es hindert jedenfalls nicht. Und katholisch? Geht auch. Mal seh’n, durch welche Scheiben die Sonne heller scheint. (-: