Freitag, 10. Januar 2014

Kloster in Not

Dass das Leben in Russland ständig und schmerzhaft teurer wird, bekam ich heute durch einen Brief zu spüren, in dem Ordensschwestern, die ein Armutsgelübde abgelegt haben, und dennoch nicht von Leitungswasser und Luft leben können, ihre Situation schildern: Angefangen beim Waschpulver, über Essen und Medizin, bis hin zu Stromkosten und Reparaturen am wackligen Haus, geht es nicht ohne Geld. Die Oberin schreibt dankbar über katholische Hilfswerke in Deutschland, mit deren Unterstützung die zwei Schwestern der kleinen Niederlassung monatlich auf insgesamt 149 Euro kommen, die ihnen zur Verfügung stehen. Gebraucht würden fast nochmal soviel. - In größeren Niederlassungen sind die Summen kleiner pro Schwester, logisch. Ich habe nachgeschaut: Die Lebenshaltungskosten im letzten Quartal 2013 lagen in jener Stadt bei umgerechnet 130 Euro pro Person, also 260 für zwei. Die beiden sind als Katechetinnen tätig, eine als Organistin, ... Der Pfarrer hat natürlich kein Einkommen außer der Kollekte. Und die braucht er für andere Sachen. Auch seine Pfarrei lebt von Zuschüssen. Um in der Pfarrküche mitzuhelfen oder gar eine Nebenbeschäftigung anzunehmen, reicht ihnen die Zeit nie, schreiben die Schwestern. Der sonntägliche Bücherladen am Kircheneingang, dessen "Gewinn" sie behalten dürften, bringt keinen Ertrag. Es klingt alles nicht so kritisch, wie es ist. Die Provinzoberin aus der Ukraine kann nichts beisteuern. Das weiß ich. Wenn bis Ende Januar keine Lösung - sprich: Hilfe - gefunden wird, muss die Ordensgemeinschaft überlegen, ob sie die Schwestern bei uns im Bistum lassen kann. Und das ist keine Erpressung. Ich verstehe es gut. Was tun? In erster Linie werde ich bitten, die Pfarrgemeinde noch mehr zu motivieren. Ist es doch alles andere als selbstverständlich, jungen Ordensschwestern in der Gemeinde zu haben. Was das ausmacht, merken viele immer erst dann, wenn die Schwestern nicht mehr da sind. Natürlich würde ich mich auch über andere Hilfe für die Schwestern freuen...