Sonntag, 26. Januar 2014

Olgas Erstkommunion

Olga ist zwölf. Sieben oder gar acht Personen haben sie auf die erste heilige Kommunion vorbereitet, und das im Laufe einiger Jahre. Das Kind hat es nicht leicht gehabt, in der vergangenen Zeit, sondern im Gegenteil, so schwer, dass ich hier nicht davon schreiben will. Heute, am frühen Morgen habe ich sie in Engels abgeholt und mit nach Marx genommen. Ihre letzte Katechetin, Schwester Ines aus Saratow hatte ich mit im Auto. Nach dem Frühstück in Marx übernahm eine unserer Jugendlichen aus dem Georg-Matulaitis-Haus das Frisieren. Ein Erstkommunionkleid wurde aus dem Vorrat der Pfarrei ausgesucht. Und dann begann auch schon bald die heilige Messe in der hellen Kirche, bei strahlendem Sonnenschein (und minus 25 Grad Außentemperatur). Olga war die Einzige, die heute zur ersten heiligen Kommunion ging. Sie hatte den Anschluß an ihre Gruppen verloren, nicht aus eigener Schuld. Eine Zeitlang hatte Olga hier in Marx gewohnt. Hier wurde sie vor ein paar Jahren getauft. Sie kennt die Gemeinde, die Kinder, ... Nach der Messe eilte sie mit großer Freude in ihre frühere Reli-Gruppe zum Unterricht. Mittagessen gibt es im Kloster. Eventuell ergänze ich später noch weitere Einzelheiten dieses Tages, der ihr in froher unvergesslicher Erinnerung bleiben möge.

Auf der Heimfahrt am Abend nannte Olga den vergangenen Tag einen der drei schönsten in ihrem Leben. Unweit ihrer Wohnung in Engels stieg sie aus dem Auto, überquerte die Straße und verschwand im Dunkeln. Ihre Mutter sei um diese Zeit schon von der Arbeit zurück, sagte sie.
Zum Bild: Trotz der unter minus 20 Grad bat das Mädchen, im weißen Kleid vor der Kirche fotografiert zu werden. Das ihr Kälte nichts ausmacht, zeigte sich auch beim Raufen mit dem Klosterhund, der sie als Spielzeug betrachtet, und beim Skifahren, das sie eigentlich gar nicht kann. Am Abend kam eine ganze Jugendgruppe zum Feiern. So ging Olgas Erstkommuniontag ins Fest des seligen Jurgis Matulaitis (27. Januar) über. Vor über 80 Jahren hat er die Ordensgemeinschaft der "Dienerinnen Jesu in der Eucharistie" gegründet, damit sie sich besonders um Kinder und Jugendliche in verlassenen Gegenden kümmern.