Montag, 20. Januar 2014

Orenburger Nachlese

Als ich nach ein Uhr nachts endlich zu Hause war, schien mir, dass noch viel zu erzählen wäre von Orenburg. Hier aber nimmt mich seit dem kühlen Morgen (minus 20 Grad haben wir) das Büro in Beschlag und schiebt den Blick nach vorn. Dennoch in Kürze:
Ich habe mir die Kleinstadt Saraktasch angeschaut. Dort lebt ein orthodoxer Priester, der mit seiner Frau 60 Kinder adoptiert haben soll. Ich konnte mich nicht vergewissern, sah jedoch das Gymnasium, das er gebaut hat, die Kirchen, das Altenheim, … unglaublich! Eigenartig für den von einer anderen Mentalität geprägten Blick: Der Panzer, eine Kanone, die sowjetischen Autos und die Tupolew-134 vor den Klostermauern. Christliche Erziehung und Patriotismus gehören für Otjez Nikolaij Stremskij zusammen.
In Orenburg berührte mich die Begegnung mit den Schülern, die unser Kinderzentrum besuchen. Es sind nicht immer einfache Kinder, aber im Herzen gut sind sie alle. Wir haben sieben solche Zentren im Bistum. Im Sonntagsgottesdienst war zu ahnen, dass mit denen, die einen Dienst in der Liturgie übernehmen, gearbeitet wird, nicht nur mit den Ministranten. Dort im Dekanat gibt es z.B. Lektorenkurse, zu denen Rhetorik genauso wie Exegese und Gebet gehören. Beim Treffen mit der Gemeinde nach der Messe wurde heftig gefragt und diskutiert, aber – interessant – immer in einem „unsichtbaren Rahmen“, der aus Freundschaft, wirklicher Offenheit und einem schönen Defizit an Egoismus bestand.
Eine Nebensache vom Heimweg. Erstmals flog ich in einer der beiden neuen Maschinen von Moskau nach Saratow. Nach 22 Jahren!!! Sauber, hell, leise! Die Lüftung funktionierte schon am Boden. Der aggressive Turbinenklang fehlte richtig …