Samstag, 11. Januar 2014

Ungewöhnliche Ruhe in Saratow

Das hat mit der Fackel zu tun, die heute kreuz und quer durch die Stadt getragen wird: Das olympische Feuer auf dem Weg nach Sotschi. Autos und Müllkübel wurden von den betroffenen Straßen geräumt, Papierkörbe mit Plastiktüten umhüllt und versiegelt, verfallende Häuser mit Plakaten verdeckt, Kanaldeckel zugeschweißt. Einen genauen Zeitplan hat man vorsichtshalber nicht veröffentlicht. Von 6.00 bis 22.00 Uhr sind entsprechende Straßen gesperrt. 
Die Schulen und Unis haben unterrichtsfrei, damit die Schüler an der Straße stehen können. Die Kleineren haben Sportfeste in den Turnhallen ihrer Schulen. Es ist schon imposant, wenn man sich den Symbolgehalt dieser Staffel vor Augen hält, hier und heute.
Nachtrag Nachmittag: Im Stadtpark erlosch die Fackel plötzlich. Helfer umringten den Läufer und zündeten das Symbol wieder an, lese ich in den Nachrichten, ebenfalls, dass es dann ein paar Meter auf der Bordsteinkante weiterging, weil die Straßen von Regenwasser überflutet seien, und dass für das heutige Ereignis 7 Millionen Rubel aus der Stadtkasse ausgegeben wurden. Nun, nehmen wir den Enthusiasten nicht die Freude!

Seit dem frühen Morgen regnet es. - Das habe ich hier im Januar noch nie erlebt. Ob das der Grund dafür ist, dass manche nicht nur das Auto vor der Tür stehen haben? (-:


Morgen endet die Weihnachtszeit mit dem Fest der Taufe des Herrn. Auf Wunsch der Eltern und mit Einverständnis des Pfarrers werde ich da in Saratow fünf Kinder taufen. Den heutigen - stillen - Nachmittag will ich nutzen, um Freunden endlich einen Brief zu schreiben, der eigentlich an Weihnachten dran gewesen wäre, sozusagen  "im letzten Moment".