Donnerstag, 2. Januar 2014

Wenn zwischen Generalvikar und Bischof 420 km liegen, weil er in der Nachbargemeinde Pfarrer ist ...

Sowohl von Schnee, als auch von dichtem Verkehrsaufkommen sind die Straßen in unserer Region derzeit frei. Vom 1. bis 8. Januar werden Neujahr und Weihnachten (7.1.) gefeiert. Die Kinder haben Ferien, was aber nicht heißt, dass man in den Urlaub fährt. In den Urlaub fliegen - ist eine andere Sache, aber die trifft eher für Einwohner und Besserverdiener der Metropolen zu. Mein Generalvikar nutzte die Gelegenheit und kam heute mal kurz die 420 km von Samara nach Saratow gefahren, die ihn von seinem eher "theoretischen" Büro neben dem meinigen trennen. Praktisch ist er Pfarrer und Dekan, dort in Samara. Die Themenliste unseres Gesprächs war lang. Unter anderem ging es um eine Alternative zur jetzigen Situation, die nicht sehr günstig und auch kirchenrechtlich nur mit einem zugekniffenen Auge zu rechtfertigen ist. Der Generalvikar gehört zum Bischof. Noch spät am Abend besprachen wir ein Folgeprojekt seiner Kirchenrenovierung. Pater Dariusz ist einer der glücklichen Pechvögel, dem eine der fünf Kirchen im Bistum gehört, die schon vor der Oktoberrevolution von 1917 gebaut wurden und erhalten geblieben sind. Das ist Freude und Last zugleich. (Wenn es nur Freude wäre, hätte ich auch einen anderen nach Samara bitten können, als die Stelle vor zwei Jahren unerwartet frei wurde.) Auch die politische Verwaltung von Samara ist am Erhalt der Kirche interessiert, denn sie zählt als eines der schönsten Wahrzeichen der Millionenstadt an der Wolga.