Montag, 24. Februar 2014

Ich freue mich mit Russland

Muss mich doch wieder mal melden. Die Olympischen Winterspiele in Sotschi sind zu Ende gegangen. Ewige Pessimisten werden sicher ein Haar in der Suppe finden, bzw. einen Tropfen Suppe in ihrem alten Bart, aber mal abgesehen davon - in Russland haben die Menschen mit ihren Sportlern gefiebert. Der Tabellensieg kam unerwartet und wird gefeiert. In einer Saratower Poliklinik standen zum Beispiel heute Morgen die Patienten Schlange vor den Behandlungszimmern, während sich die Ärzte in einem Raum versammelt hatten und (aus Anlass der gelungenen Olympiade?) deftig frühstückten. Ungewöhnlich, dass sich in den Fluren keiner empörte. Stattdessen gratulierte man sich gegenseitig zum Olympiasieg. "Russland" hat gewonnen. Ich freue mich, dass alles so glatt und ruhig über die Bühne gegangen ist. 
Haben Sie schon mal neun Stunden auf einen Zug gewartet? Ich ja, gestern. Und weder die Zentrale russische Bahnauskunft am Telefon, noch jemand am Bahnhof, konnte etwas über die Ankunftszeit oder den Verspätungsgrund sagen. So kehrte ich mehrmals vom Bahnhof zurück, wo die aktuelle Anzeigetafel der einzige Anhaltspunkt war. Auf ihr wurde die Ankunft jeweils um 2 Stunden verschoben. Die Schwester, die mit dem Zug ankam, nahm es gelassen: Was sind neun Stunden Verspätung im Vergleich zu den drei Tagen, die sie schon fahrplanmäßig im Zug saß?! Heute Abend erwarte ich einen Dominikanerpater aus Sankt Petersburg. Schon gestern hatte er geschrieben: "Ich sitze schon im Zug. Alles in Ordnung." Na, dann hoffen wir mal...