Montag, 10. Februar 2014

Notizen

Die Zeit scheint heute für ein Foto nicht auszureichen. In einer Stunde muss ich zum Flughafen. Unsere Jugendkommission tagt in Surgut. Es ist schon wärmer dort, schrieb der Pfarrer vor ein paar Stunden: minus 26. Surgut liegt im sibirischen Norden, dort wo die Taiga in die Tundra übergeht.
Ob die deutschen Medien über Juzhno Sachalinsk berichten werden? Ein trauriger Grund zum Beten: Dort hat gestern ein junger Mann, der eigentlich einen Geldtransport begleiten sollte, einen Mann und eine Nonne in einer orthodoxen Kirche erschossen. Der verwundete Mann hat andere mit seinem Körper zu schützen versucht und starb dann an vier Schusswunden. Die Nonne lief nicht aus der Kirche, sondern rief per Telefon um Hilfe. Der Schütze war betrunken.
Wenn ich meine Tasche eingepackt habe, werde auch ich den beiden Schwestern Auf Wiedersehen sagen, die gestern in der Pfarrei verabschiedet wurden, weil sie neue Aufgaben in Kasachstan übernehmen. Beide haben bei mir gearbeitet: Schwester Natascha im Büro und Schwestern Maria im Haushalt. Am 13. fährt ihr Zug: bis Astana zwei Tage (Sr. Maria) und bis Karaganda drei (Sr. Natascha).