Dienstag, 11. Februar 2014

Surgut, mittags halb eins

Nein, das ist nicht der Süden Russlands, sondern der Norden Sibiriens. Auch mittags ist der Einfallswinkel der Sonne flach. Bei hier seltenem Sonnenschein und minus 22 Grad lädt ein Mann frisches Brot (""heißes Brot", wie man hier sagt) aus seinem Lieferwagen. Die einzige Wolke am Himmel stammt vom Wärmekraftwerk. Ich bin zum ersten Mal in Surgut, wo einer der vier Diözesanjugendseelsorger Russlands lebt. Darum wird morgen und übermorgen unsere Jugendkommission hier tagen. Heute, am Weltgebetstag der Kranken (und für die Kranken!) bin ich einfach Gast und werde am Abend einen Gottesdienst in der neuen Kirche feiern. Wie mir Pater Jaroslaw erzählte, gibt es hier keine Omas in der Gemeinde. Hier in den rauen Norden Sibiriens kommen Menschen nur zum Arbeiten, schwer Arbeiten. Schon nachts beim Landeanflug sah ich die vielen lodernden Fackeln, die zur Ölförderung und -verarbeitung dazugehören.